Walzzeichen auf der Schiene:
KRUPP
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Alternatives Walzzeichen:
F. KRUPP
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Alternatives Walzzeichen:
F. KRUPP ESSEN GERMANY
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Alternatives Walzzeichen:
F. KRUPP F.A.H.
Hersteller:
Firma Krupp AG in Essen
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Hinweis zur Lesart der Walzzeichen:
Schienen der Firma Krupp sind weit verbreitet und die Walzzeichen existieren in verschiedenen Zusammenstellungen und Kombinationen. Teilweise mit dem Zusatz „Germany„; oder auch der Ortsangabe „Essen„.
Das Krupp-Firmenlogo wurde teilweise mit auf die Schienen gewalzt („Drei Ringe„). Seit 1875 kennzeichnen diese drei Ringe weltweit die Erzeugnisse der Firma Krupp und erinnern zugleich an Alfred Krupps Erfindung des nahtlos geschmiedeten und gewalzten Eisenbahnradreifens
F.A.H. = Friedrich-Alfred-Hütte in Rheinhausen
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Weitere Informationen:
- Seit 1826 setzt Krupp ebenfalls das Puddelverfahren ein, 1860 a.d. Kontinent als erster Bessemerstahlproduktion eingeführt,
- Älteste Schienen auf Fotos von 1864.
- Die KRUPP AG wurde im Jahr 1811 von Friedrich Krupp zusammen mit zwei Teilhabern als Fabrik „zum Zweck der Verfertigung des englischen Gussstahls und aller daraus resultierenden Fabrikate“ gegründet.
- Von 1861 bis 1865 erfolgte die zweite Erweiterung der Fabrikanlagen, u.a. um ein Blech- und 1864 ein Schienenwalzwerk.
- 1863 beschäftigte Arbeiter: 4185.
Das Logo mit den drei übereinanderliegenden nahtlosen Radreifen wurde 1875 als Marke beim Königlichen Kreisgericht in Essen eingetragen. - 1811 gegründet, Eisenerzeugung zu Essen.
- 1864 ein Schienenwalzwerk und 1869 ein Siemens-Martin-Stahlwerk (Inaugurationsschrift Diplom-Volkswirtin Verena Pleitgen, MSc, Neuss a/Rh.).
- 1864 erste Schienen mit 60 kg Zugfestigkeit je mm².
- 1903 Aktiengesellschaft ohne Börsennotierung, Aktien wurden alle in der Familie gehalten.
- 1912 rostfreien Stahl erfunden, walzte von 1864 bis 1987 Schienen. Lieferumfang siehe unten.
- Grusonwerk Magdeburg 1893 verkauft an die Krupp AG. (Stahl+Eisen). Das Unternehmen hieß danach Friedrich Krupp AG Grusonwerk.
- Anfang des Jahres 1999 verschmolzen sich Thyssen und Krupp zum größten deutschen Stahlkonzern.
Zusatzkennzeichen im Walzzeichen:
Im Laufe der Jahre wurden Krupp-Schienen mit einer Fülle von Sonderzeichen hergestellt. Viele davon wurden nur wenige Jahre beibehalten und sind wenig dokumentiert.
Laut dem Anhang zu den Oberbauvorschriften (AzObv) der Deutschen Reichsbahn, Ausgabe 1954 wurden verschleißfeste Schienen mit einem Zusatz im Walzzeichen versehen. Die Hersteller wählten hierfür unterschiedliche Zeichen.
- Schienen mit 80kg/mm² Zugfestigkeit und Kupferzusatz erhielten die Zusatzkennzeichnung „-o-„. „Der waagerechte Strich wird in der Mitte rund eingekerbt. Bisher kein Foto einer solchen Schiene.
- Schienen mit 90kg/mm² Zugfestigkeit und Kupferzusatz erhielten die Zusatzkennzeichnung „=o=„. „Der waagerechten Striche wird in der Mitte rund eingekerbt. Bisher kein Foto einer solchen Schiene.
Zusatzkennzeichnung „K 18“ im Walzzeichen. Noch unbekannt.

Zusatzkennzeichnung „33“ im Walzzeichen. Noch unbekannt.

Zusatzkennzeichnung „P 37“ im Walzzeichen. Noch unbekannt.

usatzkennzeichnung „NP 38“ im Walzzeichen. Noch unbekannt.

Zusatzkennzeichnung „R41“ im Walzzeichen. Noch unbekannt.

Zusatzkennzeichnung „K6A“ im Walzzeichen. Noch unbekannt.

Zusatzkennzeichnung „K 10“ im Walzzeichen. Noch unbekannt.

Zusatzkennzeichnung „b“ im Walzzeichen. Noch unbekannt.

Zusatzkennzeichnung für Elektrostahl (dargestellt durch eine dem Buchstaben „M“ ähnliche Darstellung, existiert auch um 180° gedreht als „W“


Zusatzkennzeichnung „Zu 2“ im Walzzeichen. Eine Schiene an einer Weiche zeigte ebenfalls diesen Zusatz, gewalzt von Stahl- und Walzwerk Brandenburg an der Havel (Walzzeichen „B„). Daher Vermutlich Zusammenhang zur Weiche (Abkürzung „Zungenschiene“?)

Krupp-Schienen im Ausland:
Walzzeichen „VR KRUPP„: Lieferung nach Finnland oder Australien?

Zu dem oben genannten Foto gibt es widersprüchliche Informationen. Es stammt laut der Bildbeschriftung aus dem Firmenarchiv der Firma Krupp. Demnach wurden solch gewalzte Schienen an die Finnische Staatsbahn „VR“ geliefert.
Mittlerweile wird diese Beschriftung angezweifelt. Die Abkürzung „VR“ für die Finnische Staatsbahn wurde erst ab den 1940er Jahren verwendet, die Schiene stammt aber laut Walzzeichen aus dem Jahr 1887. Zu dieser Zeit war die Abkürzung „SVR“ verwendet worden.
Wesentlich überzeugender ist daher eine Lieferung solcher „VR„-Schienen an die Victoria Railways in Australien. Unterstützt wird dies durch einen Zeitungsartikel vom 1. Januar 1887 aus der Zeitung „Darling Downs Gazette„, der über die Geschäftsanbahnung einer solcher Lieferung berichtet.

Weitere Schienen mit dem Walzzeichen „V.R. KRUPP“ ließen sich in Australien finden und belegen diese These. Die Walzjahre gehen sogar auf den Fotos bis ins Jahr 1882 zurück.




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Eine weitere Lieferung von Schienen wurde von Krupp 1886 an die Queensland Rail in Australien geliefert und im Walzzeichen mit dem Buchstaben „Q“ versehen:

Lieferung für die St. Paul, Minneapolis and Manitoba Railway (USA)
Eine im Urlaub an einem Kuhgitter in den USA entdeckte Schiene trägt das Walzzeichen KRUPP sowie die Abkürzung St.P.M. & MR und das Jahr der Herstellung 1887. Die Abkürzung steht für die St. Paul, Minneapolis and Manitoba Railway.



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Fotos Walzzeichen „KRUPP“:











Walzzeichen „F. KRUPP“:





Walzzeichen „F. KRUPP 90 ESSEN GERMANY“:

Walzzeichen „KRUPP F.A.H.“:




Walzzeichen mit Krupp-Logo (drei Ringe; auch „Dreiringzeichen“ genannt):





Haben Sie eine Schiene mit diesem Walzzeichen irgendwo gefunden? Sollten sich auf der Seite zu dem betreffenden Walzzeichen bisher weniger als 5 Fotos befinden, freue ich mich über weitere Zusendungen.